Girly's Kolik

Ich kann heute noch nicht sagen ob ich so aufgewacht bin, oder durch das klingeln um 4:30h in der Früh... Fact war, Girly hatte ne schwere Kolik nach fast 1,5 Jahren "Pause". Sie hat um 4h noch normal gefressen, 30min später bei der Heufütterung lag sie schon in der Box und wälzte sich. Wir verständige sofort den TA, der glücklicherweise auch 20min nach uns am Stall eintraf.

Girly war vorsichtshalber (in Abstimmung mit uns) in die Halle gebracht worden und da lag das arme Ding, geplagt von Schmerzen, sich wälzend am Boden. Der TA spritzte Girly, die Schmerzhemmer wirkten, aber bei weitem nicht so lange oder so intensiv wie wir uns das gewünscht hätten. Nach weiteren 20min zog der TA die 2. Spritze auf und es zeichnete sich immer mehr ein Spital Aufenthalt ab.

Wir kuppelten an, und positionierten das Gespann mit relativ blanken Nerven vor dem Halleneingang. Als Girly für 5min auf ihren Füssen war verluden wir. Die Klappe war noch nicht zu, lag Girly auch schon im hintersten Abteil in Seitenlage.

Anweisung des TA's, egal was sich hinten im Hänger ereignen würde - Fahren!

Erst wollten wir gar nicht Wissen, was sich im Hänger abspielt aber nach kurzer Überlegung, beobachtete der Beifahrer Girly mit der Überwachungskamera.
Ein erster Blick - nach ca. 3km - Girly stand wieder, aber nicht wie erwartet im hintersten sondern im Mittleren Abteil, irgendwie ist sie unten durch gerollt. Sie schaffte es während der Fahrt noch 3x abzuliegen um wieder aufzustehen und das ohne eine Schramme. Die Strassen waren dank Bankenfeiertag beinahe leergefegt und ich konnte fast nonstop durchfahren.
An der Klinik angekommen bugsierten wir den Hänger nahe an den Eingang, luden Girly aus- die mittlerweile wieder Stand aus und führten sie auf Anweisung des Personals direkt auf die Waage - 463kg. Der nächste Stop war der Behandlungsraum, der sich als Aufwachbox des OP's entpuppte…

Ein erstes Gespräch mit Dr. Stohler zeigte dass eine Operation unabdingbar ist, Chancen 80% und wir willigten in die OP ein. Aus dem Seminarraum beobachteten wir die OP. Rund 3-4 Meter Dünndarm wurden entfernt, das Problem wurde durch ein Fettgeschwulst ausgelöst, dass sich um den Darm geschlugen hatte. Erschwerend kam hinzu, dass dieses Geschwulst auch die Blutgefässe abdrückte und daraus ein Riesen Blutgerinnsel entstanden ist. Dr. Stohler stoppte die daraus entstandenen Blutungen so weit wie möglich, aber wir waren bis zuletzt nicht sicher, dass keine Inneren Blutungen übrig blieben. So mussten wir auf die Körpereigene Blutgerinnung hoffen. Nach rund 3h waren die letzten Fäden vernäht. Nach gefühlten Stunden - wobei es nur wenige Minuten waren - hörten wir Girly bereits wieder wieheren. Sie ist aus der Narkose erwacht und wieherte ununterbrochen in Ihrer tiefen Tonart. Sie stand da, assistiert mit Stricken und schlotterte am ganzen Körper, das Fell war nicht mehr weiss sondern rötlich...

Gegen 17h fuhren wir dann erneut zu Girly, sie zeigte immernoch Koliksymptome und zitterte an der gesamten Bauchregion, hatte aber schon wieder Appetit, auch wenn es noch nicht wirklich was zu fressen gab. Der Verdacht auf innere Blutungen, bestätigte sich insofern, dass das Ultraschalbild Flüssigkeit im Bauchraum zeigte, aber glücklicherweise nicht so schlimm wie befürchtet. So gab es erneut Schmerzstiller und wir fuhren mit etwas bangem Gefühl nach Hause.

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